Lebe deinen Traum


Roger ist 34 Jahre alt und bringt mir schon seit Jahren die Post. Von Jahr zu Jahr wurde der Kontakt intensiver, und ich erfuhr immer ein bisschen mehr aus seinem Leben. Ein Leben, das ganz besonders in jungen Jahren von tragischen Verlusten begleitet war…
Wie wird man mit Verlusten fertig…ein ganz großes Thema, zu dem mich eure Meinung, euer persönliches Erleben brennend interessieren würde…
 
 
Seine Lebensjahre im Alter von 9 bis 13 hat Roger überwiegend in Krankenhäusern verbracht. Eine normale Kindheit war kaum möglich. Sein bester Freund bringt sich um…Roger fällt in ein unbeschreiblich tiefes Loch. Und damit nicht genug: seine Freundin verlässt ihn, und Roger steht bereits im jungen Alter von 22 Jahren in den brutalen „Scherben seines Lebens“. Aber, wie sagt er so herrlich lächelnd: „Immer, wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Englein her…“
Ein Licht am Ende des Tunnels, ein Engel…oder einfach nur Hoffnung und nicht kapitulieren…wie befreit man sich aus den dunklen Momenten des Lebens…wie erlebt ihr sie? Was kann man dagegen unternehmen?
 
Ein Herzinfarkt mit Ende 30! Und der Infarkt kam plötzlich, fast ohne Vorwarnung. Wäre sein „Engel“, Rogers Frau, nicht im Haus gewesen…allein hätte er den Infarkt wahrscheinlich nicht überlebt. Sein Engel, das ist die Frau, die er zunächst sogar intensiv „überreden“ musste, sich auf ihre Liebe einzulassen. Sie ist seine große Liebe…es ist DIE Liebe. Roger trägt seit der Nacht, in der er den Infarkt bekam, keine Uhr mehr…es herrscht eine andere Zeit…und trotzdem ist er immer pünktlich. Aber die Zeit wird durch sein Leben bestimmt…und nicht sein Leben durch die Zeit. Und die Todesnähe hat ihn gelehrt: „Lebe deinen Traum!“
Welche Träume habt ihr? Lebt ihr sie, und wenn ja wie? Es wäre toll, wenn ihr in meinem Forum dazu ein Stück eurer Träume hinterlassen würdet…
 
 
Sein Traum: ein Trike. Den hat er sich erfüllt. Erst nach dem Infarkt. Als Rezept gegen Todesangst. Roger ist den Druck los. Er hat sich von ihm befreit. Er setzt sich nicht mehr selbst unter Stress. Er genießt. Das kann der sympathische Postbote heute am besten auf seinem Trike. „Die Triker sind wie eine große Familie. Immer gibt es irgendwo ein Treffen“, sagt er. Und was ist Glück für ihn? … „Zufriedenheit“, sagt Roger nach kurzem Nachdenken. Und die hat er heute und strahlt sie jeden Tag aus, wenn er mir die Post bringt…
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