Alkohol- und Drogensucht
10. Sendung vom 27.06.08
Alkohol gehört zu jeder Party, macht gute Stimmung... er gehört sicherlich zum Fußball, wie wir in diesen Tagen deutlich sehen können. Alkohol ist ein Stimmungsmacher und gesellschaftlich voll akzeptiert. Das ist die eine Seite. Die andere: Es gibt fast zwei Millionen Menschen, die alkoholkrank sind. Und: es sind immer mehr Kinder und Jugendliche, die mit Alkohol immer früher und regelmäßiger Kontakt haben. Wann wird unser Trinkverhalten gefährlich, und was können wir tun, damit unsere Kinder nicht dieser Sucht verfallen. Für die Familie, also die Angehörigen eines alkoholabhängigen Menschen, ist das Leiden keinesfalls kleiner. Sie brauchen, was häufig von Außenstehenden übersehen wird, dringend Hilfe und Unterstützung. Die Sucht des Alkoholkranken beherrscht nämlich den Alltag und damit auch Ihr Leben und ihre Psyche. Alkohol ist nur eine Droge. Aber es gibt auch andere. Wohlgemerkt Drogen, die nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen konsumiert werden. Wir sind nicht besser als unsere Kinder. Aber wir tragen die Verantwortung für unsere Kinder. Und es ist unvorstellbar hart, wenn das eigene Kind wegen Drogen auf der Straße zu Grunde geht. Renate Keutgen: "Ich habe gesoffen bis zum Umfallen. Seit 26 Jahren bin ich trocken, und ich kämpfe als Suchtberaterin um jeden Einzelnen. Jeder kann es schaffen." Viviane Keutgen: "Ich war Spiegeltrinkerin, ohne Wodka und Valium hätte ich mein Leben nicht mehr ausgehalten. Und ohne Renate säße ich heute nicht hier." Christine Kröning - die Journalistin sagt: " Heute bin ich ein starker Mensch. Ich darf nicht trinken ist der falsche Ansatz. Richtig ist: Ich brauche diesen Scheiß nicht mehr." Heike Freisen: "Meine Tochter Annika ist nicht mehr zu retten. Sie ist stark drogenabhängig, und sie wird bald sterben. Unsere ganze Familie ist durch die Hölle gegangen. Lange Zeit hatte ich keine Sprache für das alles. Jetzt kann ich endlich reden." Dr. Niels Bergemann, Chefarzt der Kliniken Daun: "Die Alkoholerkrankung ist eine Erkrankung wie jede andere auch. Das Thema darf kein Tabu sein, und die Betroffenen dürfen nicht diskriminiert werden. Jeder hat eine Chance in unserer Klinik."
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